Ein jeglicher sei untertan… – Hierarchien und Humor im Arbeitsalltag
Es gibt Lieder, die tiefsinnig sind und den Hörer zum Nachdenken anregen. Es gibt Lieder, die Werte vermitteln, Orientierung geben und eine Haltung fördern, die dem Menschen gut tut. Und dann gibt es Lieder wie 'Mein Chef heißt Detlef'.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handle sich um eine harmlose Hymne der Dankbarkeit – ein Arbeiter preist seinen Chef, freut sich über seinen Arbeitsplatz und genießt offenbar ein geradezu paradiesisches Arbeitsklima. Doch wer genauer hinhört, spürt eine gewisse Unstimmigkeit. Ist dies eine ernst gemeinte Lobeshymne oder ein ironischer Seitenhieb auf eine Welt, in der Loyalität mit Unterwürfigkeit verwechselt wird?
Der Sänger zeichnet das Bild eines Chefs, der nicht nur die Arbeit erleichtert, sondern dem Angestellten sogar freigebig Freizeit gewährt – ein Wunschtraum für all jene, die sich nach Bequemlichkeit sehnen. Doch hier liegt die Gefahr: Eine solche Haltung führt nicht zu wahrer Berufung und Erfüllung, sondern zur Abhängigkeit von einer irdischen Autorität. Die Bibel warnt uns davor, Menschen höher zu stellen, als es ihnen gebührt. In Matthäus 6,24 lesen wir: 'Niemand kann zwei Herren dienen.' Wenn der Arbeitsalltag nur durch den perfekten Chef erträglich wird, dann hat man sich innerlich bereits von der Verantwortung für das eigene Tun verabschiedet.
Zudem stellt sich die Frage: Was geschieht, wenn Detlef einmal schlechte Laune hat? Was, wenn er Fehler macht? Wird der Sänger dann ebenso eifrig ein Loblied auf ihn singen? Oder erweist sich seine Freude als bloßes Strohfeuer? Wahre Zufriedenheit entspringt nicht aus der Gunst eines Vorgesetzten, sondern aus einer Arbeit, die mit Fleiß und Hingabe getan wird – unabhängig davon, wer gerade am Schreibtisch des Chefs sitzt.
Man darf schmunzeln über diese humorvolle Darstellung eines idealisierten Chefs. Doch am Ende bleibt die Mahnung aus Kolosser 3,23: 'Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.' Ein weiser Ratschlag für all jene, die ihre Erfüllung noch in einem Vorgesetzten suchen.
Fazit: Ein eingängiger Song mit ironischem Unterton – doch er offenbart ein problematisches Menschenbild. Der beste Chef auf der Welt ist letztlich nur einer: Der Herr selbst.
Rezension: Alfred Lodenbusch
Spiel mit der Idee des selbstbestimmten Arbeitens - Die andere Persektive von Frederike Theuerbier.
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