Sechs Tage sollst du arbeiten – Von heiligen und unheiligen Ruhezeiten
Der Liedermacher Detlef Cordes präsentiert uns mit diesem Werk eine Hymne auf die Bequemlichkeit, verpackt in eine locker-flockige Gitarrenmelodie. Doch hinter der scheinbar harmlosen Alltagspoesie verbirgt sich eine fragwürdige Haltung zu Arbeit und Verantwortung.
Die Woche beginnt mit Schonung, setzt sich mit Ausflüchten fort und endet im frühzeitigen Rückzug – eine Einstellung, die weder mit dem biblischen Gebot der Arbeitsethik noch mit den Tugenden eines verantwortungsbewussten Unternehmertums in Einklang steht. Schon der Apostel Paulus ermahnte: '... so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen.' (2. Thessalonicher 3,10).
Dieser Vers ist keine allgemeine Aufforderung, Menschen in Not keine Hilfe zukommen zu lassen. Paulus geht es vielmehr darum, dass jeder Mensch seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten soll und dass Arbeit eine wichtige Rolle für ein sinnvolles Leben spielt.
Auch heute hat der Vers eine wichtige Bedeutung. Er erinnert uns daran, dass Arbeit nicht nur Mittel zum Zweck ist, sondern auch einen Wert an sich darstellt. Arbeit gibt uns Sinn und Struktur im Leben. Sie ermöglicht es uns, unsere Fähigkeiten einzusetzen und etwas zu bewirken.
'... so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen.' fordert uns auch heraus, über unsere eigene Einstellung zur Arbeit nachzudenken. Sind wir bereit, uns anzustrengen und Verantwortung zu übernehmen? Oder suchen wir Ausreden, um uns vor der Arbeit zu drücken?
Natürlich verdient jeder Mensch Ruhezeiten, und der Rhythmus von Arbeit und Erholung ist gottgegeben. Doch dieser Text schlägt in eine Richtung aus, die Pflichterfüllung zum lästigen Übel degradiert. Gerade in einer Zeit, in der Verlässlichkeit und Fleiß mehr denn je gefragt sind, erscheint mir eine solche Botschaft zumindest fragwürdig.
Künstlerisch betrachtet mag das Stück eine ironische Note enthalten, doch wer ironisiert, sendet dennoch eine Botschaft. Und diese Botschaft lautet hier: Vermeide Engagement, suche nach Schlupflöchern, denke zuerst an dich. Eine Haltung, die den Wert der Arbeit – als Dienst am Nächsten und als Möglichkeit, Gottes Schöpfung mitzugestalten – nicht würdigt.
Ich wünsche uns allen, dass wir die richtige Balance finden zwischen Arbeit und Nächstenliebe.
Rezension: Alfred Lodenbusch
Verwaltete Erschöpfung – Ein Lied im Takt der Arbeitswoche - Die andere Persektive von Frederike Theuerbier.
Am Freitag sollst du nicht rumnerven auf spiellieder.de.