Eine Nacht, ein Bruch – Was bleibt, wenn das Begehren geht?
'Das war ein One Night Stand / So war es nicht gedacht' – So klagt das Lied, und man könnte meinen, es sei ein spöttisches Augenzwinkern, doch nein: Hier spricht Reue. Der Erzähler taumelt aus der Nacht in den Tag und findet sich in einer Welt wieder, die über Nacht ihren Halt verloren hat. Das Vertraute ist verflogen, die Nähe zerstoben. Ein Moment, in dem das, was leicht erschien, nun schwer auf der Seele liegt.
'Wer eine Grube macht, der fällt selbst hinein; und wer einen Stein wälzet, auf den wird er zurückkommen.' (Sprüche 26,27)
Ein Spiel mit dem Feuer – und doch kein loderndes Drama, sondern eine leise, fast resignierte Erkenntnis: Man meinte, sich der Leichtigkeit hinzugeben, und nun wiegt alles schwer. Der Spruch aus den Sprüchen Salomos ist keine Drohung, sondern eine einfache Wahrheit über Ursache und Wirkung.
Und so steht der Erzähler am Ende da, nicht klagend, nicht anklagend – nur feststellend: 'Alles anders zwischen dir und mir'. Hier ist kein Wüten gegen das Schicksal, kein Lamentieren über die eigene Verstrickung, nur die nüchterne Wahrheit, dass jede Handlung ihre Konsequenz trägt. Der Apostel Paulus mahnt:
'Wisset ihr nicht, daß eure Leiber des heiligen Geistes Tempel sind, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst?' (1. Korinther 6,19)
Man gab sich hin, doch wem gehörte man? Der Augenblick mag berauschend gewesen sein, doch der Morgen fragt: War es das wert?
Ein Lied von sanfter, unaufdringlicher Moral. Keines, das mit erhobenem Zeigefinger droht, sondern eines, das uns erlaubt, durch die Augen des Erzählers zu sehen – und vielleicht auch ein wenig durch unsere eigenen.
Rezension: Alfred Lodenbusch
Die Sprachlosigkeit nach dem One-Night-Stand - Die andere Persektive von Frederike Theuerbier.
Es war ein One Night Stand auf spiellieder.de.